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Boelcke-Geschwader verabschiedet sich vom Tornado

Samstag, 26. Juni 2010, 19:57 Uhr von Michael Schaback | Kategorie: Boelcke Presse

Nörvenicher Boelcke-Geschwader verabschiedet sich nach 27 Jahren vom „Tornado“-Jagdbomber.
Boelcke-Geschwader verabschiedet sich vom Tornado - Jubi Tornado
Nörvenich. Mit einem militärischen Appell auf dem Fliegerhorst Nörvenich hat sich das Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“ jetzt vom Kampfflugzeug „Tornado“ verabschiedet. Für den Traditionsverband vor den Toren Kölns ist es das Ende einer Ära: 27 Jahre war der zweisitzige Jagdbomber auf dem Fliegerhorst im Einsatz, die Besatzungen absolvierten in dieser Zeit fast 176.000 Flugstunden.

1983 war das Boelcke-Geschwader der erste Verband der Luftwaffe, der auf das damals hochmoderne Waffensystem umgerüstet wurde. Jetzt vollziehen die Nörvenicher Soldaten als erster „Tornado“-Verband den Wechsel zum „Eurofighter“. Die Militär-Jets des neuen Typs waren bereits am 16. Dezember 2009 auf dem Fliegerhorst Nörvenich gelandet.

Mensch im Mittelpunkt

Bei dem Abschieds-Appell blickte der Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos, Generalleutnant Peter Schelzig, noch einmal zurück – und rief die für den Anfang der 80er Jahre spektakulären Innovationen des „Tornados“ in Erinnerung. Dazu zählte beispielsweise die Allwetter-Kampffähigkeit des Jets, die ihn von seinem Vorgänger, dem „Starfighter“, unterschied. Durch sein fly-by-wire-System galt der Jagdbomber darüber hinaus als erster „Computerjet“ der Luftwaffe.

Ein damals neuartiges Geländefolge-Radar ermöglichte es den Besatzungen zudem, sich ihren Zielen im extremen Tiefflug zu nähern. Fähigkeiten, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Schelzig: „Durch Aussagen von ehemaligen Verantwortlichen der Warschauer Pakt-Streitkräfte wissen wir heute, dass der Tornado einen äußerst wertvollen Beitrag zur Abschreckung geleistet hat.“ Der Kommodore des Geschwaders, Oberst Ingo Gerhartz, stellte in seiner Rede den großen Anteil der Soldatinnen und Soldaten an der „Tornado“-Erfolgsgeschichte heraus. „Am Ende ist ein Flugzeug immer nur ein Stück Metall. Es ist der Mensch, der aus diesem Stück Metall 27 Jahre lang ein komplexes erfolgreiches Waffensystem gemacht hat“, so Gerhartz.

Militärischer Gruß für die letzte Maschine

Am Ende des Appells setzte sich unter den Augen der angetretenen Truppe und zahlreicher Ehrengäste der letzte Tornado-Jet des Geschwaders in Bewegung und rollte zur Starposition.

Militärischer Gruß für die letzte Maschine
Auf dem Weg dorthin wurde die in einer Sonderlackierung bemalte Maschine vom Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos, Generalleutnant Peter Schelzig, dem Kommandeur der 2. Luftwaffendivision, Generalmajor Bernhard Fürst, und Geschwader-Kommodore Oberst Ingo Gerhartz mit militärischem Gruß verabschiedet.

Nach dem Start und einem Überflug über den Fliegerhorst zog Pilot Hauptmann Patrick Belting den Abschieds-Tornado steil in den Himmel. Nur wenige Augenblicke, dann verschwand der Tornado mit ihm und Waffensystemoffizier Major Andreas Haake nach fast 30 Jahren für immer in den Wolken. Ein bewegender Moment für die Geschwaderangehörigen und Ehemaligen am Boden.

Traditionsvereinigung gegründet

Den Geist der Tornado-Jahre bewahren will die Deutsche Tornado Staffel (DTS), die im Anschluss an den Appell unter Schirmherrschaft von Generalleutnant Peter Schelzig gegründet wurde. Der Verein versteht sich als Zusammenschluss aller insgesamt 2.000 auf dem Tornado ausgebildeten Besatzungsmitglieder der Luftwaffe und Marine.

Gründungsvorsitzender Generalleutnant a.D. Walter Jertz und sein Vorstand wollen die Piloten und Waffensystemoffiziere in Zukunft alle zwei Jahre zu einem Ehemaligentreffen zusammenbringen.

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